Gemeinsam gegen die geplante Tabaksteuererhöhung – bitte helfen Sie mit!
Ich schreibe diesen Text nicht gerne. Aber ich muss.
Der aktuelle Entwurf aus dem Finanzministerium sieht für Zigarren und Zigarillos eine Steuererhöhung vor, die alles sprengt, was es in Deutschland bisher gegeben hat: Die Ad-valorem-Steuer soll von derzeit 1,47 Prozent auf 21,05 Prozent steigen. Das ist das 14-Fache. Auch Pfeifentabak wird deutlich teurer. Beschlossen ist noch nichts – der Bundestag muss darüber abstimmen. Genau deshalb schreibe ich Ihnen heute.
Was das für einen kleinen Fachhandel bedeutet
Ich bin Rosa. Ich führe La Casa del Tabaco in Mönchengladbach, ich bin Torcedora und rolle Zigarren von Hand, ich gestalte Bauchbinden für Hochzeiten, Jubiläen und Firmenkunden. Angefangen habe ich auf 30 Quadratmetern. Was daraus geworden ist, ist keine Kette und kein Konzern – es ist eine Handvoll Menschen, ein Humidor und eine Lounge, in der man sich abends hinsetzt und in Ruhe eine Zigarre raucht.
Eine Steuererhöhung um das 14-Fache trifft nicht "die Tabakindustrie". Sie trifft Betriebe wie meinen. Sie trifft die Manufakturen, in denen Zigarren noch von Hand gerollt werden. Und sie trifft die Menschen, die sich einmal in der Woche etwas Gutes leisten wollen.
Zigarre und Zigarette sind nicht dasselbe
Begründet wird das Vorhaben mit Gesundheitsschutz. Ich nehme dieses Argument ernst – niemand behauptet, Tabak sei harmlos. Aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Die gesundheitliche Hauptlast entsteht durch Zigaretten, durch täglichen Konsum, durch Abhängigkeit.
Eine Zigarre ist etwas anderes. Sie wird nicht "zwischendurch" geraucht. Sie dauert eine Stunde, manchmal zwei. Meine Kunden sind in der Regel über 35, sie rauchen gelegentlich, bewusst und aus Freude an der Sache. Auch das Argument Jugendschutz greift hier nicht: Kein Sechzehnjähriger kommt zu mir und fragt nach einer Robusto.
Wer wirklich Gesundheitsschutz will, setzt hier an der falschen Stelle an.
Handarbeit statt Massenware
Zigaretten kommen vollautomatisiert aus der Maschine. In einer Zigarre steckt Handarbeit – Anbau, Fermentation, Rollen, Sortieren, Verpacken. In Deutschland arbeiten rund 1.600 Menschen in der Tabakproduktion, der Fachhandel noch nicht mitgezählt. Dazu kommt eine Kultur, die Jahrhunderte alt ist.
Und ehrlich gesagt: Bei einer solchen Erhöhung nimmt der Staat am Ende nicht mehr ein, sondern weniger. Der Konsum bricht weg, Geschäfte schließen, Steuereinnahmen fallen aus. Übrig bleibt Schaden – für die Branche und für den Fiskus.
Ich bin nicht gegen jede Steuererhöhung
Das möchte ich klar sagen: Moderate, regelmäßige Anpassungen der Tabaksteuer hat es immer gegeben, und damit kann ein Betrieb umgehen. Auch ich zahle meinen Teil. Was hier geplant ist, hat mit einer Anpassung aber nichts mehr zu tun.
So können Sie in zwei Minuten helfen
Am wirksamsten ist es, wenn viele Menschen ihre Abgeordneten direkt ansprechen. Das geht schnell:
- Auf www.bundestag.de/abgeordnete Ihre Postleitzahl eingeben – Sie sehen sofort, wer Ihren Wahlkreis vertritt.
- Auf Namen oder Foto klicken, dann auf "Kontakt". Dort öffnet sich ein Formular.
- Betreff und Nachricht ausfüllen (unten finden Sie einen Text, den Sie übernehmen oder abwandeln können), E-Mail-Adresse eintragen, absenden.
Je mehr Zuschriften ankommen, desto schwerer ist das Thema zu übergehen. Bitte machen Sie mit – auch für uns.
Textvorschlag für Ihre Nachricht
Betreff: Bitte gegen die geplante Tabaksteuererhöhung für Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak stimmen
Sehr geehrte Frau / sehr geehrter Herr [Name],
als Wählerin bzw. Wähler in Ihrem Wahlkreis bitte ich Sie, der geplanten Tabaksteuererhöhung in ihrer jetzigen Form nicht zuzustimmen.
Eine Anhebung der Ad-valorem-Steuer auf Zigarren und Zigarillos von 1,47 auf 21,05 Prozent wäre eine Vervierzehnfachung und damit ein Vorgang ohne Beispiel in der Geschichte der Bundesrepublik. Für den kleinteiligen Fachhandel und die verbleibenden Manufakturen in Deutschland wäre das in vielen Fällen das Ende.
Ein Gewinn für den Gesundheitsschutz ist damit nicht verbunden. Zigarre, Zigarillo und Pfeife werden gelegentlich und bewusst konsumiert; die gesundheitliche Hauptlast entsteht nachweislich durch Zigaretten. Auch beim Jugendschutz greift die Maßnahme nicht: Die Käuferschaft dieser Produkte ist nahezu ausnahmslos 35 Jahre und älter.
Hinzu kommt der wirtschaftliche Aspekt. Anders als Zigaretten entstehen diese Produkte in personalintensiver Handarbeit; bundesweit hängen daran rund 1.600 Arbeitsplätze in der Produktion sowie zahlreiche Fachgeschäfte. In einem so preissensiblen Nischenmarkt führt eine derartige Erhöhung zu Konsumrückgang und Betriebsschließungen – am Ende bleiben auch die erhofften Mehreinnahmen aus.
Ich bitte Sie daher, sich für eine maßvolle Besteuerung von Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak im Rahmen der bisherigen Anpassungsschritte einzusetzen und diese Produkte von der geplanten Erhöhung auszunehmen.
Mit freundlichen Grüßen [Ihr Name, Ihr Wohnort]